Dienstag, 30. Juni 2009

Menno!!!!

So was blödes!! Nun haben uns die "fast" Mieter einen Korb gegeben. Plöd, plöd, plöd!! Wir waren schon happy, dass es so schnell geklappt hatte. Aber da lassen wir uns ja nicht von aufhalten.

Irgendwie kann ich die Leute auch verstehen. Alte Mutter, die Angst hat, alleine zu sein. Das Paar ist aus Berlin nach Bremen gezogen, ganz in die Nähe und nun hat Muddi Angst, das 5 km nicht überwindbar sind, wenns ihr mal schlecht geht. Und unsere (die dann neue Wohnung) hat ja keinen Aufzug (2 Etagen??) und da könnte sie ja niemalsnimmermehr zu Weihnachten oder so zu Besuch und überhaupt, wenn sie in der Nacht mal usw. usw..................................... Na ja - wer von Berlin nach Bremen wegen der Mutter geht, hat von mir die Absolution für die Absage einer sooo schönen Wohnung, ich kann es irgendwie verstehen. Schade.

Heute morgen sind wir um kurz vor acht aus dem Bett telefoniert worden - Unverschämtheit!! Wir haben einige Sachen zum Verkauf in der Zeitung!! Und der erste wollte gleich abholen kommen. Ralf konnte ihn überreden, erst um zehn aufzuschlagen *schweissvonderstirnabwisch

Wat für ne Stress am frühen Morgen!!

Die Wohnung wird morgen nochmal in der Zeitung stehen und wir haben sie auch im Bremer Online-Marktplatz angeboten. Da wird sich bald was tun - da sind wir uns sicher.

Nun hat Ralf heute Abend noch einen schweren Gang vor sich. Einer seiner früheren Arbeitskollegen und jetzt guter Bekannter ist Knut. Knut ist sehr krank (MS mit allen möglichen Nebenwirkungen) und hängt u.E. sehr an Ralf und an seiner Freundschaft zu ihm. Er wird die Nachricht über unseren Umzug nach Schweden hoffentlich besser verkraften als wir uns das im Moment vorstellen können. Ich hoffe, dass Ralf es nicht so schwer nimmt.

Heute Nacht haben wir beide schon von unserem Umzug geträumt. Ralf hat schon den Umzugswagen in Schweden ankommen sehen, ich war noch beim Einpacken - HILFEEEEE! Wir hatten nicht genug Kartons. Und die, die wir hatten, waren alle zu klein, da passte immer nur ein Teller oder eine Tasse rein - SCHRECKLICH!! Grauselig!!

Aber das wird ja alles flott gehen, da sind wir uns auch sicher. Es ist ja nur eine Frage der Organisation.

Haben Euch die Bilder von unserem "letztenjahr" Balkon gefallen??

Montag, 29. Juni 2009

na endlich

ich hatte ja schon Entzugserscheinungen *gggg

Na denn - am Samstag hatten wir unsere Wohnung in der Tageszeitung. Der Andrang hielt sich in Maßen. Ralf hatte die ersten Anrufe angenommen und auf unsere (was glaubt ihr wohl?? was Ralf dafür gemacht hat??) Tabelle eingetragen. Ein Rentnerehepaar, denen er vergessen hatte zu sagen, dass die Wohnung im zweiten Obergeschoß OHNE Lift ist sowie ein Herr von einer Fluggesellschaft, der eine Wohnung für zwei Stewardessen suchte. Später kamen dann noch 3 weitere Anrufe vom AB dazu, die wir natürlich sofort kontaktierten. Aber als erstes hat Ralf dann doch die Rentner angerufen, wegen des fehlenden Aufzuges. Die hatten sich das Haus schon von außen angeschaut und sich dagegen entschieden.

Am Sonntag war dann Schautag. Der Mann mit den Stewardessen war der erste. Ich habe mir gleich gedacht, dass unsere Wohnung nix für so was ist. Und obwohl sie sich ganz interessiert umgesehen haben und auch viel über die Umgebung wissen wollten, bin ich mir sicher, dass wir von denen nix mehr hören.
Leider hatte der zweite Termin abgesagt, dafür war unser dritter Termin, ein Ehepaar so in unserem Alter, sehr nett und waren auch von unserer Wohnung ganz begeistert. Ich glaube und hoffe sehr, dass wir mit den beiden ins Geschäft kommen. Das werden wir dann am kommenden Mittwoch erfahren. Einen Selbstauskunftsbogen haben wir den beiden mitgegeben und eine SCHUFA-Auskunft wollen wir uns auch vorlegen lassen. Nachdem was man alles so im TV sehen kann über Mietnomaden...........grauselich. Da wollen wir uns so gut es geht vor schützen.

Heute haben wir dann das erste Umzugsunternehmen im Hause gehabt. Ein sehr netter junger Mann, der mit uns alle "Eckdaten" besprochen hat und sich dann in der Wohnung umgesehen hat. Auch Keller und Garage wurden in Augenschein genommen. Nun werden wir bis Ende dieser Woche deren Kostenvoranschlag haben. Aber wir haben noch zwei weitere Unternehmen bestellt. Und da wollen wir mal sehen, wer uns das beste Angebot macht.

Uhhhhhh - jetzt wird's richtig ernst!!!! Und wenn ich mir hier so umgucke, da graut es mir doch ein bisschen vor dem Einpacken. Aber man lernt ja auch immer noch dazu!! Der junge Mann von heute hat mir dann erklärt, wie man Teller in den Karton packt - ja jetzt guckt ihr???? :o und fragt euch: "Na wie schon???" "Einen auf den Anderen!" "Wie denn sonst." Da sage ich nur: "FALSCH!" Das habe ich auch immer gedacht. Aber man packt sie senkrecht. Jawoll!! Dann wird nämlich der Druck von oben nach unten viel besser verteilt. Als Beispiel: Auf ein auf der Spitze stehendes rohes Ei kann man einen LKW stellen und das Ei geht nicht kaputt. Das ist auf jeden Fall die Behauptung des Umzugsmenschen. Kann ich auch nicht ganz glauben aber so von der Idee her kann ich jetzt das mit den Tellern nachvollziehen. Ich würde ja jetzt hier gerne mal ne Zeichnung machen *amkopfkratz, aber soweit geht es hier wohl nicht.

Mit Fotos kann ich zur Zeit nicht dienen. Ich könnte welche vom Balkon machen oder von mir und Ralf. Aber die meisten hier kennen uns schon. Das wäre langweilig. Und unser Balkon ist zur Zeit auch nicht so schön. Aber letztes Jahr, da war er schön!! Davon zeige ich euch jetzt mal was.

...und wo ich gerade dabei bin

wer ist denn bitte "rentner08" ?? Bitte oute dich!!

Hallo, liebe Leser!

Warum sehe ich nur noch

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??

Ihr werdet mir doch nicht untreu?? Oder ist es etwa langweilig??

Ich will was von Euch lesen. Jetzt!! Heute!! Sofort!!

"es dreht sich was"

Nun sind wir eine Woche hier in Bremen. Und um mit Grönemeyer zu sprechen: „Zeit, das sich was dreht“! Der Hintergrund ist bei uns natürlich ein anderer. Aber irgendwie passt der Titel auch zu unserem Thema.

Wir haben unser Auto schön geputzt, unsere Wohnung aufgeräumt. Die Wäsche ist gewaschen und die Blumen versorgt. Ralf hat vergangene Woche Anzeigen zur Vermietung unserer Wohnung geschaltet und auch für den Verkauf unseres Autos. Heute am Sonntag haben wir Besichtigungstermine für die Wohnung abgemacht. Unser Auto will niemand haben???? Vielleicht wollen wir auch zuviel Geld???? Aber wir müssen bzw. wollen es ja nicht heute oder morgen verkaufen.

Für die nächste Woche haben wir Termine mit Umzugsunternehmen. Da wollen wir mal sehen, was es so kosten kann, den Umzug nach Schweden organisiert zu bewerkstelligen.

Und dann ist ja auch bald unsere Clipper-Segel-Reise dran. Diese eine Woche wird sozusagen der letzte Urlaub, die letzte Reise aus Deutschland heraus sein.

Es ist eigenartig, so was zu denken. So nach vorne zu schauen und dann der Gedanke, ab da wird alles anders. Und was es dann alles zu tun gibt?? Einige Sachen haben wir schon erledigt, z.B. einige Kündigungen geschrieben.

Es ist wie beim Zelt abbauen. Erst räumt man alles zusammen, was so im Zelt liegt, dann zieht man die Heringe und verstaut sie und zum Schluss wird das Zelt zusammengelegt und verpackt. Hört sich das jetzt ein bisschen wehmütig an?? Natürlich gibt es auch Wehmut. Es wäre schrecklich, wenn wir hier unsere Zelte abbrechen und nicht ein bisschen wehmütig wären. Dann wäre hier ja alles schrecklich und wir hätten uns hier niemals wohl gefühlt. Nein, so ist es nicht. Wir verlassen eine Stadt, die uns gefällt; eine Landschaft, die wir kennen; Verwandte und Freunde, die wir lieben; Bekannte, die wir schätzen. Aber da ist auch das neue, unverbrauchte, abenteuerliche mit viel Arbeit und sicherlich neuen Erkenntnissen. Neue Menschen! Neue Umstände! Wir bleiben beweglich, wir reizen unsere Sinne.

Ja ja – die Zweifler sagen sicherlich: „Das könnt ihr auch alles hier, am alten Platz haben.“ Aber wir wollen was – für uns – ganz Neues, relativ unbekanntes. Wir haben uns dazu nicht leichtsinnig und überstürzt entschlossen. Wir wollen es einfach wagen. Und wir freuen uns darauf.

Sicherlich wird es ein weiterer Weg werden, uns zu sehen. Aber wir glauben, dass die Menschen, die uns mögen, auch den Weg zu uns nach Schweden finden werden. Nicht jede Woche oder jeden Monat. Vielleicht einmal im Jahr?? Wir freuen uns jetzt schon drauf!!

Mittwoch, 24. Juni 2009

tillbaka (d.i.schwedisch und heißt "zurück")

Samstagmorgen sind wir dann aufgebrochen. Unser Wohnwagen bleibt in Schweden. Mikel und Maja haben uns einen Platz angeboten, da kann er stehen bleiben, bis wir im August oder September kommen. Da haben wir – ich glaube ich hatte es schon erwähnt – den Haken frei, um einen Anhänger für unsere Motorräder dranzumachen. Die müssen ja auch mit.

Wir hatten uns mit Ramona verabredet. Ramona kennen wir von unseren Segelreisen auf dem schönen alten Segelschiff „Amphitrite“. Ramona und ihr Mann Frank wohnen schon seit 13 Jahren in Schweden in der Nähe von Finspång. Sie hatten uns eingeladen, auf der Rückreise bei ihnen vorbei zu schauen. Und so haben wir es gemacht!

Leider konnten wir den Ort nicht ganz genau an TomTom weitergeben. Aber nachdem uns Ramona noch eine Wegbeschreibung gegeben hatte, haben wir uns gewagt. Eigentlich ging es ganz gut. Von Ljusne nach Hällestad sollten es ca. 430 km sein. Und die sollten in !!6,5 Stunden!! gefahren werden. Das haben wir sage und schreibe geschafft. Denn – Ramona und Frank wohnen mitten im Wald. Wir haben schon gedacht, dass wir falsch sind. Aber Ramona hatte es uns genau so beschrieben: „Ihr biegt rechts ab, dann fahrt ihr ca. 5 km, dann kommen auf der linken Seite zwei Briefkästen, da biegt ihr links ab und dann ist es das erste Haus auf der linken Seite.“ Und das stimmte fast ganz genau, bis auf die 5 km. Es waren ca. 7,5 km. Fast alles unbefestigt. Dann waren aber die beiden Briefkästen da. Und wir sind links abgebogen, obwohl ein Schild die Durchfahrt für Autos und Motorräder nicht gestattete. Auch unbefestigt und dann kam das „erste“ Haus auf der linken Seite. Einfach nur wunderschön!!!! Mitten auf einer großen gepflegten Waldlichtung. Ein rotes Haus mit weißen Ecken. Eine große Scheune auf der rechten Seite, in der auch das Carport untergebracht ist.
Wir hätten es aber auch nicht verpassen können. Es ist das einzige Haus auf der linken Seite. Es ist überhaupt das einzige Haus dort auf der Lichtung. Kein Motorenlärm, kein Flugzeug, keine Menschen weit und breit. Nur Vögelzwitschern!! Ramona und Frank erwarteten uns auf der Veranda und freuten sich, uns zu sehen. Wir sind sehr lieb und herzlich aufgenommen worden. Nach einem guten Kaffee zeigten sie uns dann ihre „Ländereien“ mit dem Hinweis, dass es im Moment etwas chaotisch wäre???? Es wird z.Zt. ein Pferdestall in die alte Scheune eingebaut. Na unter Chaos stelle ich mir was ganz anderes vor. Alles war gut organisiert und man konnte sehr gut erkennen, wie es später mal sein soll. Ramona hat ihr Pferd auf einem Bauernhof stehen. Im Urlaub möchte sie es aber gerne bei sich am Haus haben. Der Platz ist jedoch etwas beengt (was man in Schweden so unter beengt versteht) und lt. Ramona zu klein, um ihr Pferd das ganze Jahr dort bei sich unter zu bringen. Aber im Urlaub ist es doch ganz schön, den besten Kumpel vor der Nase zu haben. Ein schönes großes, sehr gepflegtes Grundstück mit Blumenbeeten, einem Gemüsebeet und einer Wildwiese (fürs Pferd extra stehen gelassen!!). Aber – alles eingezäunt, sogar mit elektrischem Zaun!! Leider hat das schöne Wohnen so mitten im Wald auch immer einen Wehrmutstropfen – die Rehe kommen und knabbern alles ab, was nicht umzäunt ist. Auch junge Bäume werden von den Rinden befreit und sterben dann leider. Also wird alles eingezäunt.
Wir haben ein leckeres Abendessen mit den beiden genossen und viel erzählt. Von deren Haus, von unserem Haus. Frank konnte uns mit guten Tips dienen und wir haben genau hingehört.
Am nächsten Morgen wurde ich ziemlich früh wach und mir viel ein, dass ich was im Auto vergessen hatte. Also bin ich so wie ich war (Schlabberschlafanzug, verstrubbelte Haare und Crogs) raus und durch den hellen Sonnenschein und die frische Luft einfach zum Auto gegangen und habe mir mein fehlendes „Dessous“ geholt. Herrlich – so frei zu sein und einfach raus laufen, wie man gerade ist. Nach dem Frühstück, bei dem auch noch viel erzählt wurde, haben wir uns verabschiedet. Ramona und wir treffen uns ja bald wieder auf der Amphitrite. Das letzte Stück nach Bremen stand uns bevor. Frank hatte uns noch einen Tip gegeben, wie wir schneller auf die E4 kommen sollten. Der Tip war super. Wir sind ca. 20 km durch den Wald gefahren. Es war einfach herrlich. Wir sind nur einem einzigen Auto begegnet. Zeitmäßig keine große Ersparnis aber ein wunderschönes Erlebnis, durch die hohen Wälder, an Seen und über Flüsse und alles im schönsten Sonnenschein. Ein schöner vorläufiger Abschied von Schweden.

Nun handelte es sich noch mal um rund 920 km. Das sollte doch an einem Sonntag zu schaffen sein. Auf der E4 bis nach Helsingborg. Am Vättern vorbei und dann durchs Land. Ein sehr entspanntes Fahren mit max. 130 km/h. Zu Mittag haben wir uns einen Salat gekauft – schön das in Schweden die großen Geschäfte auch Sonntags geöffnet haben – und nach einer Mittagspause sind wir dann den letzten Rest gefahren.

In Horn-Lehe sind wir so gegen 22.00 h eingetroffen. Wir haben noch alle Taschen und unsere Lebensmittel in unsere Wohnung geschafft und dann waren wir aber auch geschafft.

Jetzt geht’s ja erst richtig los. Aber davon mehr ein anderes mal!!

Dienstag, 23. Juni 2009

Midsommar

Eigentlich sollte es gar kein so gutes Wetter geben – lt. der Wettervorhersage. Aber der schwedische Wettergott hatte ein Einsehen mit allen, die feiern wollten.

Unser Vorzelt hatten wir auch schon in einer regenfreien Phase abgebaut und ordentlich verstaut. Auch unser Wohnwagen war bereits schön aufgeräumt. Am Nachmittag haben wir uns dann auf den Weg zum Midsommar-Festplatz gemacht. Der sollte irgendwo etwas nordöstlich von Söderhamn, auf einer Landzunge sein. Nach ein bisschen verfahren – das können wir auch mit TomTom besonders gut – haben wir den richtigen Weg gefunden. Unser Makler, der uns auf dieses Fest hingewiesen hatte, hatte uns auch gesagt, dass man ein Stückchen zu Fuß laufen muss, da immer viele Menschen dorthin kommen und dann am Straßenrand parken. Das kennen wir von vielen anderen Festlichkeiten aus Deutschland.






Bei schönstem Sonnenschein kommen wir also zum Festplatz und schauen uns um. Ich komme mir vor, wie in einem schwedischen Spielfilm. Alles so, wie man/frau es sich dann vorstellt. Viele, gut gelaunte Menschen sind unterwegs. Einige kennen sich untereinander, es wird geschwatzt und Kaffee getrunken. Die Kinder springen um die „Maistange“ so heißt das Ding, um das getanzt wird. Viele junge Mädchen tragen einen Blumenkranz auf dem Kopf. Hierzu gibt es eine kleine Geschichte:

Die Menschen tanzen um einen mit Blumen geschmückten Festbaum. Die Menschen erzählen sich, dass die Mädchen in dieser Nacht sieben verschiedene Blumen pflücken müssen. Die legen sie unter ihr Kopfkissen und mit ein wenig Glück träumen sie von dem Mann, den sie einmal heiraten werden.
Die Musik kommt aus der Konserve. Das tut aber der Stimmung keinen Abbruch. Es gibt eine kleine Bühne – was da wohl später passiert?? Der Platz liegt an einem Strandstück. An einem kleinen Sandstrand spielen die Kinder vom Steg aus am und mit dem Wasser. Es gibt Tische, Bänke und Stühle. Auf der Rückseite eines Gebäudes werden Kaffee und die unvermeidlichen Kanelbullar und anderes Kleingebäck angeboten. Am Eingang zum Festplatz formiert sich eine Gruppe in Trachten. Darunter entdecken wir auch unseren Hausmakler Janne, diesmal sogar mit seiner Frau. Ein Tausendsassa!!! Er erkennt uns auch und stellt uns seiner Frau vor und findet, dass wir, sobald wir in Mohed wohnen, der Tanzgruppe beitreten sollten. Ich weiß nicht, ich glaube nicht, dass das was für uns – insbesondere für mich – ist. Aber “nowbody knows“!! Dann beginnt der Einzug auf den Platz und wir werden Zeugen einer Tanzvorführung. Es ist wirklich sehr schön anzusehen. Die Leute machen es wirklich mit viel Spaß dabei – das kann man sehen.

Nach der Aufführung wandeln wir ein bisschen herum und wollen uns eine Ladung Kaffee und Gebäck besorgen. Unser Makler-Janne kommt noch mal auf uns zu und hat ein älteres Paar an der Seite. Er stellt uns vor und wir erfahren, dass die beiden Sven und Majvor heißen. Majvor war die Pastorin der kleinen Kirche in Mohed und Sven, der 72 Jahre alt ist, ist in dem Haus aufgewachsen, das wir erworben haben. Ist das ein Zufall???? Majvor erzählt, dass sie sich zum offiziellen Besichtigungstermin angemeldet hatten, weil Sven sein Elternhaus noch mal besuchen wollte und schauen, wie es nun aussieht. Das hat ja leider nicht geklappt, da es so schnell verkauft war (jaaaaaa, an uns!!). Majvor spricht gut englisch und wir können uns verständigen. Ralf und ich sehen uns an und ohne weitere Worte lade ich die Beiden freundlich ein, uns besuchen zu kommen, wenn wir dort wohnen. Wir bekommen eine Adresse und die Telefonnummer auf unser Tütchen, in das wir eigentlich unser Gebäck stecken wollten, geschrieben und verabschieden uns, nicht ohne noch einmal zu versichern, dass die Beiden herzlich willkommen sind.

Ich kann es gar nicht fassen. So was!! Da werden wir eventuell die eine oder andere Geschichte über das Haus erfahren – ich bin schon ganz neugierig.

Nun genießen wir unseren Kaffee und die Kekse und beobachten die Leute. Nach einem Blick auf die Uhr beschließen wir, uns wieder zum Campingplatz aufzumachen. Da gibt es heute ein „Midsommar-Buffett“. Und wir haben uns mit den anderen Hauskaufinteressierten aus der Schweiz zum Austausch verabredet.
Auf der kleinen Bühne läuft gerade eine Vorführung. Leider verstehen wir nicht allzu viel – anscheinend haben sich die „Pinguine“ hierher verirrt. Sie haben Koffer dabei?? Es ist aber alles ganz niedlich und wir freuen uns, dass wir uns zum Besuch hier entschieden haben.
Janne und seine Frau, die übrigens aus England kommt, treffen wir auch noch mal. Janne versichert uns, dass er die „sozialen Kontakte“ gut für uns knüpft ;-) Wir bedanken uns und verabschieden uns.

Janne ist auch Motorradfahrer. Er fährt Harley! Da sage ich jetzt nix zu. Ralf hat den üblichen Witz mit ihm gemacht: „Schaust du auch nach unten, wenn du mit deiner Maschine irgendwo stehst, ob sich nicht ein paar Schrauben abgerüttelt haben?“ Da kann Janne offensichtlich nicht drüber lachen – verstehen wir jetzt nicht. Oder ob er den Witz nicht verstanden hat oder ob er den überhaupt nicht kennt???? Wir wissen es nicht. Auf jeden Fall ist er irgendwie ein Chef von einem Harley-Chapter in Schweden und er ist in anderen M-Clubs auch aktiv und ladet uns ein, sobald wir hier in Schweden sind, doch mal vorbei zu schauen. Es wären ganz nette Leute und man könnte mal ein Schwätzchen halten oder zusammen rum fahren. Das werden wir sicherlich machen!!

Auf dem Campingplatz stellen wir unser Auto ab. Es ist Midsommar und ich gehe noch mal los und pflücke einen bunten Strauß Blumen. Rings um den Campingplatz blühen Lupinen in weiß, blau und rosa, Butterblumen, wilde Möhre, wilde Malven und Gräser. Ich will mir auch einen Kranz binden. Das geht gar nicht so einfach. Aber es gelingt mir doch noch. Er ist zwar ein bisschen grob aber ich und alle, die ihn sehen, finden ihn schön. Nun können wir ins Restaurant. Dort ist ein kleines Büfett aufgebaut. Es gibt verschiedene Heringsvariationen, Salat, frische Salzkartoffel, Knäckebrot und „gräddfil“ (nix anderes als sauere Sahne, nur ein bisschen fetter) mit Schnittlauch. Beim Eintreten wünsche ich allen ein herzliches „träflig midsommar“! Das macht man hier so.
Wir – das sind Britt-Marie und ihr Mann Lennart – finden an unseren Tisch und holen uns was zum Essen. Später kommen noch Andreas und Silvia aus der Schweiz dazu und es wird eine lustige Runde. Natürlich gehört während des Essens ein „Snaps“ dazu. Meistens ist es ein Aquavit oder Brännvin. Alles schmeckt gut und der Wein ist auch lecker. Und so kommt es, dass ich auf einmal supergut schwedisch sprechen kann J Zum Nachtisch essen wir alle ein Stück Erdbeertorte und dazu eine Tasse Kaffee. Kaffee ist auch eins der Nationalgetränke hier in Schweden. Die Schweden trinken zu jeder Tages und Nachtzeit Kaffee.
Da ich noch keine schwedischen Lieder kenne, bleibt es bei lustigen (teils in schwedisch) Gesprächen. Außerdem wird auch noch englisch gesprochen. Wir sind ein lustiger Tisch. Aber allzu lange geht’s nicht, da wir ja am nächsten Tag weiterfahren wollen. Und so geht der Midsommar-Abend zu Ende und wir gehen alle zu unseren Wohnwagen. Es ist ca. 23.00 h und immer noch sooooo hell.